Zehen-Brachial-Index (TBI)
Was ist der Zehen-Brachial-Index?
Der Zehen-Brachial-Index (TBI) ist das Verhältnis zwischen dem systolischen Blutdruck in einer oder mehreren Zehen und dem höchsten systolischen Druck im jeweiligen Arm. Er dient der Beurteilung der peripheren arteriellen Durchblutung, insbesondere bei Verdacht auf periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK).
Knöchel-Brachial-Index (TBI)
Definition und klinischer Stellenwert
Der Zehen-Brachial-Index (TBI) wird als wichtiger gefäßphysiologischer Parameter in der vaskulären Diagnostik eingesetzt, insbesondere bei Patientengruppen, bei denen die Messung des Ankle-Brachial-Index (ABI) aufgrund von medialer Arterienverkalkung oder erhöhter Arteriensteifigkeit unzuverlässig ist.
Gerade bei Diabetikern oder älteren Patienten kann es durch Kalzifikation der Beinarterien zu falsch hohen ABI-Werten kommen, was eine zuverlässige Diagnosestellung erschwert.
Da die digitalen Arterien in den Zehen in der Regel weniger von medialer Kalzifikation betroffen sind, stellt der TBI eine verlässliche Methode dar, um eine pAVK frühzeitig zu erkennen, den Schweregrad der Durchblutungsstörung einzuschätzen und therapeutische Entscheidungen in der weiteren Versorgung des Patienten oder der Patientin abzuleiten.
Indikationen und Bedeutung des TBI in der klinischen Praxis
Der TBI wird insbesondere bei Patienten und Patientinnen mit klinischen Symptomen wie Claudicatio intermittens, Ruheschmerzen, Parästhesien oder auffälliger Müdigkeit in den Beinen oder Füßen empfohlen. Auch bei Risikopatienten mit Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie oder Hyperlipidämie stellt der TBI eine sinnvolle Ergänzung zur Standarddiagnostik dar, insbesondere wenn der ABI Werte über 1,3 aufweist oder bei inkompressiblen Arterien unzuverlässig ist.
Die Messung ermöglicht eine differenzierte Beurteilung der Mikrozirkulation und kann somit auch subklinische Formen der pAVK detektieren, was für die Prävention fortschreitender Ischämieschäden entscheidend ist. Die frühzeitige Diagnose einer pAVK kann helfen, die Entstehung einer kritischen Extremitätenischämie (CLI) zu verhindern, welche mit erheblichen Komplikationen wie Ruheschmerzen, Ulzerationen, Gangunsicherheit, Wundheilungsstörungen oder der Entwicklung eines Gangräns einhergehen kann, was im schlimmsten Fall eine Amputation notwendig machen würde. Somit leistet der TBI einen wesentlichen Beitrag zur individuellen Risikoabschätzung und Therapieplanung im Gefäßmanagement.
Technik und Durchführung der TBI-Messung
Die Messung des Zehen-Brachial-Index ist eine nicht-invasive, rasch durchführbare und für den Patienten schmerzfreie Untersuchung, die üblicherweise durch einen Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft durchgeführt wird.
Hierfür wird eine kleine Blutdruckmanschette in geeigneter Größe an der Großzehe oder einer anderen Zehe angelegt, während distal zur Manschette ein Photoplethysmographie (PPG)-Sensor platziert wird, der auf Infrarotbasis arbeitet.
Die Manschette wird so lange aufgepumpt, bis das PPG-Signal verschwindet, was den vollständigen arteriellen Verschluss anzeigt.
Anschließend wird der Druck langsam abgelassen, wobei der systolische Zehendruck anhand des Wiederauftretens der PPG-Wellenform exakt ermittelt wird.
Die Messung wird idealerweise an mehreren Zehen durchgeführt, um Mittelwerte zu bilden und die Ergebnisse mit dem systolischen Brachialdruck zu vergleichen.
Diese Methodik ermöglicht eine präzise Bestimmung des TBI und somit eine zuverlässige Beurteilung der arteriellen Durchblutung der unteren Extremitäten, selbst in Fällen, in denen die ABI-Messung limitiert ist.
Auf diese Weise wird der TBI zu einem wertvollen Instrument in der Gefäßdiagnostik, um eine gezielte Therapie einzuleiten und die Prognose der Patienten nachhaltig zu verbessern.
Berechnung des TBI
Der TBI wird wie folgt ermittelt:
Der höchste systolische Brachialdruck dient als Referenz. Die Werte werden in der Regel für die rechte und linke Seite getrennt ermittelt.
TBI-Auswertung
Der absolute systolische Zehendruck ist ein wichtiger diagnostischer Parameter für die periphere Arterienerkrankung.
Ein normaler Zehendruck ist etwa 30mmHg niedriger als der Knöcheldruck. Ein systolischer Zehendruck von weniger als 30 bis 50mmHg deutet nach den Empfehlungen der TASC-Gruppe auf eine chronische Ischämie der Gliedmaßen hin.
- TBI kleiner 0,7 -> kann Claudicatio intermittens verursachen.
- TBI kleiner 0,2 -> kann Schmerzen in Ruhe verursachen.
Beispiel einer Zehendruckmessung mit einem Falcon-Modell

Ein TBI-Wert von weniger als 0,5 deutet auf eine proximale arterielle Erkrankung mittleren Schweregrades hin, während ein Index von weniger als 0,2 und ein Zehendruck von weniger als 30mmHg auf eine kritische Ischämie und schlechte Heilungschancen hinweisen.
Vorteile moderner TBI-Messgeräte (z.B. Falcon-System):
- Schnelle und einfache Durchführung
- Mehrere Zehen gleichzeitig messbar, verkürzte Untersuchungszeit
- Hochpräzise, empfindliche PPG-Sensoren für zuverlässige Ergebnisse
- Möglichkeit der Offline-Analyse der Wellenformen
- Detaillierte Berichte inklusive TBI-Werts und Wellenformanalyse
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